Autoversicherung Schweiz: Zwei Männer mit Mountainbike am Auto

Wie du bei Schweizer Autoversicherungen wirklich sparst

  • 04.11.2019
  • Sandra B.
  • Lesedauer: 4 min.

Die meisten Schweizer zahlen zu viel für ihre Autoversicherung. Viele Personen sind nicht genügend informiert oder scheuen sich vor einem Versicherungswechsel. Ich erkläre dir heute, wie du es besser machst, wo du die richtigen Angebote findest und wie du deine Prämien sogar noch zusätzlich reduzieren kannst.

Die meisten Leute vergleichen die verschiedenen Angebote beim Online-Shopping, beim Handy-Abo oder bei der Krankenkasse. Vergessen geht dabei häufig die Autoversicherung. Dabei liesse sich in diesem Bereich mit einem kurzen Vergleich und einigen simplen Tricks viel Geld sparen. Deshalb zeige ich dir, wie das geht und was es mit den einzelnen Versicherungen überhaupt auf sich hat.

Autoversicherungen in der Schweiz: das Wichtigste in Kürze

Verschaffen wir uns zuerst einen Überblick. In der Schweiz gibt es drei Typen von Autoversicherungen: Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkasko-Versicherungen. Nicht nur die gedeckten Schadensfälle sind sehr unterschiedlich, sondern auch die Kosten.

Aber beginnen wir von vorne: Die einzige Versicherung, die du unbedingt brauchst, ist die Haftpflichtversicherung. Ohne die lässt dich das Strassenverkehrsamt nämlich nicht mal auf die Strasse. Und das ist auch gut so.

Die Haftpflichtversicherung brauchen alle

Wenn du einen Unfall verursachst, bei dem andere Fahrzeuge, Personen oder Sachen beschädigt werden, kann das schnell mehrere Zehntausend Franken kosten. Die Autohaftpflichtversicherung deckt diese Schäden. Sie sorgt also dafür, dass du wegen einer kurzen Unaufmerksamkeit im Strassenverkehr nicht gleich bankrottgehst. Genau deshalb ist die Haftpflicht in der Schweiz auch gesetzlich vorgeschrieben.

Weil diese Versicherung obligatorisch ist, sind die Leistungen bei allen Schweizer Haftpflicht-Anbietern mehr oder weniger identisch. Es ist zum Beispiel festgelegt, dass die maximale Versicherungssumme mindestens 100 Millionen Franken betragen muss. Auch wenn die Leistungen ähnlich sind, unterscheiden sich die Prämien der Anbieter zum Teil enorm. Woran das liegt und wie du dadurch Geld sparen kannst, erkläre ich dir gleich noch.

Zuerst sollten wir uns aber noch den Kasko-Versicherungen widmen. Während die Haftpflicht nur Schäden an anderen Fahrzeugen abdeckt, übernehmen Kaskoversicherungen die Reparaturen am eigenen Fahrzeug.

Teil- und Vollkasko decken Schäden an deinem Wagen

Wenn du willst, kannst du freiwillig eine Teilkaskoversicherung abschliessen. Diese kommt für Schäden an deinem Fahrzeug auf, welche durch externe Ereignisse entstehen. Dazu gehören beispielsweise Elementarschäden wie Hagel und Überschwemmungen, Diebstahl, Vandalismus, Feuer oder Kollisionen mit Tieren.

Die Vollkasko-Versicherung geht noch einen Schritt weiter: Sie versichert dich zusätzlich gegen Kollisionen jeglicher Art – selbst dann, wenn du den Unfall selber verursacht hast. Das hat aber auch seinen Preis: Die Vollkaskoversicherung ist um einiges teurer als die Haftpflicht und die Teilkasko.

Beim Abschluss von Kaskoversicherungen musst du aber etwas Wichtiges beachten: Einige Schäden werden nur abgedeckt, wenn sie explizit in die Versicherung eingeschlossen werden. Dazu gehören Parkschäden, Scheinwerferschäden und Schäden an Sachen, die im Auto transportiert werden. 

Das musst du bei Voll- und Teilkasko beachten

Du fragst dich jetzt vermutlich, ob sich eine Vollkaskoversicherung für dich lohnt oder nicht. Als Grundsatz gilt: Je älter das Fahrzeug, desto weniger Sinn macht die teure Vollkaskoversicherung. Denn entschädigt wird bei einem Schadensfall nicht der Neuwert des Fahrzeugs, sondern der Zeitwert.

Das klingt komplizierter als es wirklich ist: Beim Berechnen der Schadenssumme gehen Versicherungen vom Wert aus, den das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt hat. Wenn du also einen Neuwagen kaufst und drei Jahre später einen Totalschaden hast, kommt die Versicherung für rund 75 % der Kosten auf. Nach fünf Jahren zahlen Anbieter nur noch etwas mehr als die Hälfte des Neuwerts. Die Prämie bleibt hingegen meistens gleich. Deshalb lohnt sich eine Vollkaskoversicherung nach einer bestimmten Zeit nicht mehr.

Abfedern kannst du diesen Wertverlust mit dem Zeitwertzusatz. Wenn du dich beim Abschluss der Versicherung für diese Option entscheidest, verliert dein Auto weniger schnell an Wert. Dies wird bei den einzelnen Schweizer Versicherungen aber ganz unterschiedlich umgesetzt.

Vollkaskoversicherungen machen auch für Personen Sinn, deren Erspartes bei einem grösseren Unfall nicht für die Fahrzeugreparatur reicht. Besonders als Junglenker solltest du dich deshalb beim Kauf eines Neuwagens über Vollkaskoversicherungen informieren.

Wie funktioniert der Grobfahrlässigkeitsschutz?

Vorher habe ich erwähnt, dass die Vollkasko auch bei selbstverschuldeten Unfällen greift. Allerdings gibt es durchaus Situationen, in denen die Versicherung nicht oder nicht voll zahlt. Das ist dann der Fall, wenn du grobfahrlässig handelst. Was damit gemeint ist? Grobfahrlässig ist es zum Beispiel, wenn du zu schnell unterwegs bist, rote Ampeln überfährst oder dich nicht angurtest. Wenn auch solche Fälle von der Versicherung gedeckt sein sollen, kannst du einen zusätzlichen Grobfahrlässigkeitsschutz abschliessen. Aber aufgepasst: Auch mit dieser Zusatzoption kannst du dir nicht alles leisten. Sobald Drogen im Spiel sind oder du das Strassenverkehrsgesetz extrem missachtest, kann eine Versicherung die Leistungen kürzen.

Was hat es mit dem Selbstbehalt auf sich?

Bevor wir zu den abschliessenden Tipps kommen, erzähle ich dir noch kurz vom Selbstbehalt. Das ist die Summe, welche du bei einem Schadenfall selber zahlen musst.

Wir spielen das an einem Beispiel durch: Sagen wir, dass du durch eine Unaufmerksamkeit einen Schaden in der Höhe von 2000 Franken verursachst. Wenn du beim Abschluss deines Versicherungsvertrags einen Selbstbehalt von 500 Franken gewählt hast, zahlst du für den Unfallschaden genauso viel und die Versicherung übernimmt die restlichen 1500 Franken. Dabei gilt: Je höher der gewählte Selbstbehalt, desto tiefer die Prämie. Es ist jedoch wichtig, dass du auch wirklich genügend Geld auf der Bank hast, um diesen Betrag zu zahlen. Für Haftpflicht, Teil- und Vollkasko kann man jeweils einen separaten Selbstbehalt wählen.

So kannst du ganz einfach Prämien sparen

Wir haben jetzt schon viel über Prämien gesprochen. Aber wie werden diese eigentlich berechnet? Schlussendlich kann das jede Versicherung selber entscheiden. Und die Höhe der Prämie fällt deshalb bei den einzelnen Anbietern auch ganz unterschiedlich aus. Grundsätzlich gilt: Je risikoreicher dich eine Versicherungen einschätzt, desto höher sind deine Prämienrechnungen. Deshalb zahlen Frauen in der Regel weniger und Junglenker oder Ausländer mehr. Auch in Kantonen, in denen es viele Unfälle gibt, ist die Prämie höher.

Die Rechnungen für Autoversicherungen gehen schnell ins Geld. Als Abschluss gebe ich dir deshalb noch einige Kurztipps, wie du am einfachsten Prämien sparst.

Schliesse keine Insassenversicherung ab

Viele Anbieter wollen dir sogenannte Insassenversicherungen andrehen. Diese deckt die Heilungskosten von Fahrzeuginsassen bei einem Spitalaufenthalt oder bei Arbeitsunfähigkeit. Und sie übernimmt Kapitalleistungen im Todes- oder Invaliditätsfall. Auf diese Zusatzversicherung kannst du aber getrost verzichten. Bei Personen, die in der Schweiz leben, ist all das nämlich bereits von der obligatorischen Unfallversicherung abgedeckt. Die Insassen-Deckung lohnt sich deshalb nur bei Mitfahrern aus einem Land ohne obligatorische Unfallversicherung.

Verzichte auf eine «Mitgeführte Sachen»-Versicherung

Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei der Insassenversicherung: Gegenstände, die du im Auto mitnimmst, sind oftmals bereits von der Hausratsversicherung versichert. Im Zweifelsfall kannst du auch kurz nachfragen, ob solche Schadensfälle bereits gedeckt sind. Schliesslich willst du nicht für die gleiche Versicherung doppelt zahlen.

Schliesse nur Einjahresverträge ab

Am meisten Geld kannst du sparen, wenn du regelmässig die verschiedenen Versicherungsangebote vergleichst.  Nur so kommst du zu den günstigsten Prämien. Weil die Versicherungen ihre Leistungen regelmässig anpassen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die aktuell beste Offerte im kommenden Jahr nicht mehr optimal ist. Wenn du dann in einem Mehrjahresvertrag gebunden bist, kann es sein, dass du so viel Geld verlierst. Schliesse deshalb nur Einjahresverträge ab oder achte zumindest darauf, dass du deine Versicherung einfach kündigen kannst.

Am einfachsten kannst du übrigens auf unserer Versicherungs-Plattform die Angebote der Schweizer Versicherungen vergleichen. So findest du schnell heraus, ob du nur die obligatorische Haftpflichtversicherung abschliessen willst oder ob sich auch eine Kaskoversicherung lohnt. Wir schneidern nämlich alle Angebote auf dich und deine Bedürfnisse zu. So findest du sicher etwas, das zu dir passt. Ich hoffe, dass ich dir damit einen guten Überblick zu den verschiedenen Autoversicherungen in der Schweiz geben konnte.