Wie du an einen Schweizer Kredit mit tiefen Zinsen kommst

  • 04.11.2019
  • Ben M.
  • Lesedauer: 4 min.

Kreditinstitute sprechen immer wieder von effektiven und nominalen Zinsen, vom Jahreszins und vom Höchstzinssatz. Das kann ziemlich verwirrend sein. Ich erkläre dir, was du alles über Zinsen wissen musst, bevor du in der Schweiz einen Kredit aufnimmst.

Zinsen sind ein Dauerthema – egal ob du ein Bankkonto eröffnest oder einen Kredit beantragst. Aber was ist eigentlich besser: tiefe Zinsen oder hohe Zinsen? Die Antwort hängt von der Situation ab. Ich gebe dir ein Beispiel: Wenn du ein Bankkonto eröffnest, hoffst du auf möglichst hohe Zinsen. Dieser Betrag wird dir nämlich jedes Jahr zusätzlich gutgeschrieben. Und dafür musst du nicht mal etwas machen.

Die Höhe der Zinsen hängen von deinem Zinssatz und vom Geld auf deinem Konto ab. Genauer: Der Zinssatz bestimmt, wie viel Prozent deines Vermögens du als Zinsen erhältst. Wenn du zum Beispiel 100'000 Franken auf einem Konto hast mit einem Zinssatz von 0,5 %, bekommst du Ende Jahr 500 Franken Zinsen. Ziemlich toll, oder?

Etwas anders ist die Situation, wenn du einen Kredit aufnimmst. Dann hat der Zinssatz einen Einfluss darauf, wie viel Prozent des Kreditbetrags du zusätzlich an deinen Kreditgeber zahlen musst. Die Ausgangslage ist also genau umgekehrt. Entsprechend möchtest du einen möglichst tiefen Zinssatz und damit auch tiefe Zinsen. Beim Bestimmen von Zinssätzen müssen Banken und Kreditanbieter zwar einige gesetzliche Bestimmungen beachten, ansonsten können sie diese aber eigenständig festlegen.

Hast du übrigens gewusst, dass der Begriff Zins schon seit dem 8. Jahrhundert existiert? Auch im Mittelalter spielten Zinsen eine wichtige Rolle. Mittlerweile hat sich das Konzept dahinter jedoch stark verändert. Und um das zu verstehen, musst du zwei wichtige Begriffe kennen.

Wie unterscheiden sich nominale und effektive Zinsen?

Manchmal sprechen Kreditinstitute vom Nominalzins und manchmal sprechen sie vom Effektivzins. Ich weiss, dass diese beiden Begriffe verwirrend sein können. Das Wichtigste deshalb gleich vorweg: Du solltest bei Kreditangeboten nur die effektiven Zinsen beachten. Die nominalen Zinsen sind nicht besonders aussagekräftig und teilweise sogar irreführend. Ich erkläre dir auch gleich wieso.

Der Nominalzins bestimmt, wie viel Zinsen du auf deinen Kreditbetrag zahlen musst. Es kann jedoch vorkommen, dass deine Kreditrechnungen etwas höher sind als der Nominalzins vorgibt. Neben den Zinsen musst du nämlich bei einem Kredit auch für zusätzliche Kosten aufkommen, zum Beispiel für Bearbeitungsgebühren. Damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt, muss in jedem Kreditvertrag der effektive Zins erwähnt sein. Dort sind diese Ausgaben bereits inbegriffen.

Der effektive Jahreszins wird aus den gesamten Kreditkosten, der Laufzeit und der aufgenommenen Kreditsumme berechnet. Im Konsumkreditgesetz ist auch festgelegt, dass der effektive Jahreszins im Kreditvertrag stehen muss. So wird sichergestellt, dass du beim Aufnehmen eines Kredits nicht über den Tisch gezogen wirst.

Du möchtest die Zinssätze von verschiedenen Schweizer Kreditanbietern miteinander vergleichen? Auf unserer Kredit-Plattform ist das ganz leicht möglich. Du findest dort zu jedem Kreditangebot auch eine Auflistung der Kreditkosten.

Was ist der Höchstzinssatz für Konsumkredite?

Ich habe bereits erwähnt, dass Kreditgeber ihre Zinssätze selber festlegen können. Sie müssen sich dabei jedoch an gewisse Gesetze halten. Dazu zählt die Berücksichtigung des Höchstzinssatzes. Das ist der maximale Zinssatz, den Kreditinstitute von ihren Kunden verlangen können.

Der Höchstzinssatz wurde eingeführt, damit Kreditgeber nicht plötzlich Kredite mit Wucherzinsen anbieten. So nennt man umgangssprachlich Zinsen, welche völlig überhöht und nicht gerechtfertigt sind. Der Höchstzinssatz schützt also dich als Kreditnehmer.

Dass es einen Höchstzinssatz geben muss, ist im Konsumkreditgesetz niedergeschrieben. Er wird jedes Jahr vom Bundesrat überprüft und gegebenenfalls angepasst. Der Höchstzinssatz war über lange Zeit bei 15 %. Weil das Zinsniveau aber stetig gesunken ist, wurde der Höchstzinssatz im Sommer 2016 runtergestuft. Er ist für Barkredite aktuell bei 10 % und bei Kreditkartenüberzügen bei 12 %.

Wie berechnen sich die Zinsen für einen Kredit?

Zu welchem Zinssatz dir Kreditinstitute einen Kredit anbieten, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem, wie hoch Kreditgeber das Risiko einschätzen, dass du deinen Kredit nicht rechtzeitig zurückzahlst. Es gilt: Je höher das Risiko, desto höher die Zinsen. Um einen passenden Zinssatz zu finden, wird deshalb bei jedem Kreditantrag deine Bonität überprüft und ein Kredit Score berechnet.

Die unterschiedlichen Kreditanbieter gehen bei dieser Prüfung ganz verschieden vor. Deshalb unterscheiden sich auch deine Kreditkonditionen je nach Anbieter. Die meisten Faktoren, welche bei der Bonitätsprüfung berücksichtigt werden, kannst du nicht direkt beeinflussen. Es gibt aber einige Dinge, die du tun kannst, um deine Chance auf einen Kredit mit einem tiefen Jahreszins zu erhöhen. Dazu zählt zum Beispiel das pünktliche Zahlen von Rechnungen, damit Bonitätsdatenbanken keine negativen Einträge von dir haben. So kannst du bei Kreditinstituten einen guten Eindruck machen und verbesserst deine Chancen auf einen Kredit mit tiefen Zinsen.

Häufig sind die Zinsunterschiede bei verschiedenen Kreditanbietern ziemlich klein. Bedenke aber: Wenn du einen Kredit mit mehreren Jahren Laufzeit aufnimmst, führt ein kleiner Unterschied beim Zinssatz schnell zu einer grossen Differenz bei deinen Kreditkosten. Auf unserer Kredit-Plattform zeigen wir dir deshalb bei jedem Kredit-Angebot nicht nur den effektiven Jahreszins an, sondern listen auch die Kreditkosten auf. So kannst du direkt vergleichen, wie viel du mit einem tieferen Zinssatz wirklich sparen kannst.

Damit konnte ich hoffentlich Licht ins Dunkel bringen. Zinsen sind kein einfaches Thema, aber jetzt solltest du einen guten Überblick dazu haben. Falls du trotzdem noch Fragen hast, kannst du jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.