Krankenkasse einfach erklärt: Alles was du wissen musst
Die Krankenversicherung in der Schweiz ist Pflicht – doch die Wahl des richtigen Modells kann knifflig sein. Welche Optionen gibt es? Wo kannst du sparen? Und welche Versicherung passt wirklich zu dir? Hier erfährst du alles, was du wissen musst – einfach, verständlich und auf den Punkt gebracht!
Krankenkasse in der Schweiz
Zusammenfassung
Die Grundversicherung bietet einen Basisschutz für alle Versicherten.
Zusatzversicherungen können sinnvoll sein, erhöhen aber die Kosten.
Wähle zwischen 4 Versicherungsmodellen (Standard, HMO, Hausarzt, Telemedizin).
Je höher die Franchise, desto niedriger ist in der Regel die Prämie.
Ein regelmässiger Versicherungsvergleich lohnt sich.
Die Krankenkasse: Kurz und knackig
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) ist das Herzstück unseres Schweizer Sozialsystems. Sie stellt sicher, dass alle – unabhängig von Einkommen oder Gesundheitszustand – Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung haben.
Also ja, auch wenn du dich beim Versuch, deine Steuererklärung zu verstehen, den Kopf an der Tischkante gestossen hast – die Versicherung ist für dich da!
Dieses starke Solidaritätsprinzip schützt uns alle vor finanziellen Risiken im Krankheitsfall und wird durch die Prämienverbilligung für Menschen mit geringem Einkommen noch verstärkt.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wacht über das System und sorgt dafür, dass die hohen Standards der obligatorischen Grundversicherung eingehalten werden und niemand heimlich schlechte Bedingungen einschmuggelt.
Die 4 Modelle im Überblick
Die Schweizer Grundversicherung bietet verschiedene Krankenkassen-Modelle, die sich in Preis und Flexibilität unterscheiden. Jedes Modell hat spezifische Vor- und Nachteile – je nachdem, ob du maximale Freiheit oder möglichst tiefe Prämien möchtest.
Modell | Vorteile | Nachteile |
---|---|---|
Freie Arztwahl | Maximale Flexibilität | Höhere Prämien |
Hausarztmodell | Persönliche Betreuung | Eingeschränkte Arztwahl |
HMO-Modell | Günstige Prämien, koordinierte Versorgung | Eingeschränkte Arztwahl |
Telmed-Modell | Flexible Beratung | Keine persönliche Untersuchung |
Freie Arztwahl
Mit der freien Arztwahl hast du die grösste Flexibilität. Du kannst jede Fachperson in der Schweiz aufsuchen, ohne dich vorher anmelden zu müssen.
Hausarztmodell
Im Hausarztmodell wählst du einen fixen Hausarzt oder eine fixe Hausärztin. Diese sind nun deine erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden. Bei Bedarf wirst du durch sie an Spezialist:innen weitergeleitet.
HMO-Modell
Beim HMO-Modell bist du an eine bestimmte Arztpraxis oder ein Ärztenetzwerk gebunden. Diese Praxis koordiniert deine gesamte medizinische Versorgung und überweist dich bei Bedarf an Spezialist:innen.
Telemedizin-Modell
Das Telemedizin-Modell ermöglicht dir eine medizinische Erstberatung, telefonisch oder online. Bei Bedarf wirst du an eine Fachperson weiterverwiesen.
Krankenkassen vergleichenKrankenversicherung Schweiz: Was ist gedeckt?
Die Krankenkasse bietet einen grundlegenden Schutz für alle Versicherten. Sie deckt die wesentlichen medizinischen Leistungen ab und sorgt dafür, dass du im Krankheitsfall abgesichert bist. Das gilt im In- sowie Ausland zum Beispiel, wenn du in den Ferien bist. Die Grundversicherung bietet dir folgende Leistungen:
Leistung | Beschreibung |
---|---|
Arztbesuche | Behandlungen durch Ärzt:innen und andere medizinische Fachpersonen |
Spitalaufenthalte | Behandlung, Unterkunft und Verpflegung während eines Spitalaufenthalts |
Medikamente | Verschreibungspflichtige Medikamente, die von einer Fachperson verordnet werden |
Geburt | Schwangerschaftsbetreuung und Entbindung |
Hilfsmittel | Bestimmte Hilfsmittel wie Pflegebetten oder Treppen- und Badewannenlifte |
Wenn du deinen Wohnsitz ins Ausland verlegst, erlischt die Versicherungspflicht in der Schweiz. In diesem Fall musst du dich in deinem neuen Wohnland versichern.
Was ist der Unterschied zwischen der Grundversicherung und einer Zusatzversicherung?
Die Leistungen der Grundversicherung sind für alle gleich und gesetzlich definiert. Mit freiwilligen Zusatzversicherungen kannst du deinen Versicherungsschutz individuell erweitern. Hier sind einige Beispiele, welche Leistungen die Zusatzversicherungen decken können:
Zahnzusatzversicherung
Brille und Linsen
Massagen und Fitness
Spitalzusatzversicherung
Alternative Medizin
Unfallversicherung – zusätzlicher Schutz
In der Schweiz sind alle Arbeitnehmer:innen obligatorisch über ihren Arbeitgeber oder Arbeitgeberin gegen Unfälle versichert. Diese Versicherung deckt sowohl Berufsunfälle als auch Nichtberufsunfälle, ab einer Anstellung von mindestens 8 Stunden pro Woche.
Selbstständige sowie nicht erwerbstätige Personen wie Studierende oder Hausfrauen und -männer müssen sich selbst um eine Unfallversicherung kümmern. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine private Unfallversicherung abzuschliessen, die zusätzliche Kosten wie Invaliditäts- oder Todesfallleistungen übernimmt.
Die Police deiner Unfallversicherung enthält alle wichtigen Details zu deinem Versicherungsschutz, einschliesslich der gedeckten Leistungen und möglichen Ausschlüssen. Es lohnt sich, diese genau zu prüfen, um sicherzustellen, dass du im Ernstfall optimal abgesichert bist.
Für Arbeitnehmende, die ihr Arbeitsverhältnis beenden und nicht über das RAV oder die Suva versichert sind, kann eine Abredeversicherung sinnvoll sein, um den Unfallversicherungsschutz für eine gewisse Zeit zu verlängern.
Prüfe zudem deine Unfallversicherung bei unbezahltem Urlaub. Hier gilt es abzuklären, ob die Unfallversicherung über deinen Arbeitsort für dich weiterhin gilt, oder ob du eine eigene Versicherung abschliessen musst.
Was kostet die Krankenkasse?
Die durchschnittliche Kosten für die Krankenkasse in der Schweiz betragen rund 449 Franken pro Monat für Erwachsene über 26 Jahren. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Anstieg von 6%.
Quelle der Daten: BAG
Die Kosten der Krankenkasse kannst du durch die Wahl des Modells und deiner Franchise beeinflussen. Ein jährliches Vergleichen der Krankenkassen zahlt sich immer aus, um die beste Krankenkasse für dich oder einfach die günstigste Krankenkasse zu finden.
So senkst du deine Krankenkassenkosten
Die Wahl der richtigen Franchise ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um Krankenkassenprämien zu senken. Eine höhere Franchise bedeutet niedrigere monatliche Kosten, setzt aber voraus, dass du im Krankheitsfall einen höheren Betrag selbst übernimmst.
Ein weiterer Weg zur Einsparung sind günstigere Versicherungsmodelle. Hausarzt-, HMO- oder Telemedizin-Modelle sind oft preiswerter als eine freie Arztwahl, da sie eine strukturierte Behandlung vorsehen.
Manche Krankenkassen bieten Rabatte und Bonusprogramme für gesundheitsbewusstes Verhalten. Prüfe hier genau die Bedingungen und ob sich das für dich lohnt.
Zusätzlich lohnt es sich, regelmässig verschiedene Anbieter zu vergleichen. Die Prämien ändern sich jedes Jahr, sodass sich ein Wechsel finanziell auszahlen kann. Zudem können Krankenkassenprämien und bestimmte Gesundheitskosten in vielen Kantonen steuerlich geltend gemacht werden.
Kostenbeteiligung: Dein Eigenanteil an Gesundheitskosten
In der Schweiz beteiligen sich Versicherte an den Kosten für medizinische Behandlungen – das nennt sich Kostenbeteiligung. Sie setzt sich aus 4 Elementen zusammen:
Prämie: Betrag, den du monatlich bezahlst.
Franchise: Ein fixer Betrag, den du pro Jahr für Behandlungskosten selbst zahlst.
Selbstbehalt: Sobald die Franchise aufgebraucht ist, übernimmst du 10% der weiteren Kosten bis zu einem Maximalbetrag.
Spitalkostenbeitrag: Bei einem Spitalaufenthalt zahlst du einen täglichen Beitrag.
Wie hoch deine persönliche Kostenbeteiligung ist, hängt von deiner gewählten Franchise und den beanspruchten Leistungen ab.
Eine hohe Franchise kann also die Prämie senken – aber wenn du Pech hast, fühlt sich der erste Praxisbesuch des Jahres an wie ein Gourmetrestaurantbesuch: „Das macht dann 2’500 Franken. Bar oder Karte?“ Überlege also gut, ob du ein Sparfuchs oder eher sicherheitsfanatisch bist.
Krankenkassen vergleichenWie finde ich die richtige Krankenkasse?
Die Wahl der richtigen Krankenkasse ist entscheidend, um die beste Kombination aus Preis und Leistung zu erhalten. Achte dabei auf folgende Punkte:
Prämien: Die Höhe der Krankenkassenprämie variiert je nach Wohnort, Alter und Franchise.
Leistungen vergleichen: Nicht jede Kasse deckt freiwillige Zusatzleistungen gleich gut ab. Prüfe die Versicherungsbedingungen genau.
Zusatzversicherungen: Überlege, welche Zusatzleistungen du wirklich benötigst, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Brauchst du Unterstützung bei der Wahl der richtigen Krankenkasse? Eine professionelle Beratung kann dir helfen, die optimale Versicherung zu finden und unnötige Kosten zu vermeiden.
Gut zu wissen: Deine Zusatzversicherung und Grundversicherung können grundlegend bei unterschiedlichen Krankenkassen sein, du kannst also auch verschiedene Angebote kombinieren.
Krankenversicherung für spezielle Zielgruppen
Die Versicherungspflicht gilt für alle Personen in der Schweiz, unabhängig von Altersstufen, Beschäftigungsstatus oder Staatsangehörigkeit. Dennoch gibt es für einige Gruppen spezielle Regelungen oder Ausnahmen:
Studierende müssen eine Krankenversicherung abschliessen, können sich aber in bestimmten Fällen (z. B. ausländische Studierende mit gleichwertigem Versicherungsschutz) von der Pflicht befreien lassen.
Rentner:innen benötigen ebenfalls eine Krankenversicherung, hier lohnt es sich zu prüfen, ob ein Anspruch auf Prämienverbilligung besteht.
Selbstständige müssen sich selbst versichern, gleich wie Angestellte. Zusätzlich müssen sich Selbstständige um die Unfallversicherung kümmern, da sie nicht über einen Arbeitgeber gedeckt sind.
Arbeitslose bleiben weiterhin versicherungspflichtig und müssen sich selbst um ihre Prämien kümmern. Je nachdem kann man prüfen, ob man eine Prämienverbilligung beantragen kann.
Ausländer:innen mit Wohnsitz in der Schweiz müssen grundsätzlich eine Krankenversicherung abschliessen.
Grenzgänger:innen sind in der Regel in der Schweiz versicherungspflichtig, können aber unter bestimmten Bedingungen eine Befreiung beantragen.
Bei Familien kann jedes Mitglied bei einer anderen Krankenkasse versichert sein. Es gibt in der Grundversicherung keine speziellen Rabatte für Familien, und Kinder sind nicht automatisch bei den Eltern mitversichert.
Probleme mit der Krankenkasse? So findest du eine Lösung
Es ist ärgerlich, wenn es zu Problemen mit der Krankenkasse kommt. Sei es wegen unbezahlter Rechnungen, Fragen zur Patientenakte oder die Einklagung der Krankenkasse – für alles gibt es eine Lösung.
Zunächst solltest du bei einer nicht bezahlten Rechnung die Versicherungsbedingungen prüfen und bei Ablehnung eine schriftliche Begründung fordern. Eine zweite Meinung kann zudem sehr hilfreich sein. Bei Fragen zur Patientenakte hat man das Recht auf Einsicht und Kopie sowie auf die Korrektur von Fehlern. Und wenn du selbst nicht weiterkommst, vermittelt die Ombudsstelle bei Streitigkeiten.
Kündigung und Wechsel
Bist du unzufrieden mit deiner aktuellen Krankenversicherung? Kein Problem, du kannst deine Grundversicherung in der Regel zum Jahresende kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat und muss bis zum 30. November eingereicht sein.
In einigen Fällen, wie beispielsweise bei einer Erhöhung der Prämie kann eine ausserordentliche Kündigung möglich sein. Informiere dich bei deiner Krankenkasse.
Wenn du für längere Zeit ins Ausland gehst, kannst du deine Versicherung unter Umständen sistieren.
Häufige Fragen zur Krankenkasse
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