HMO-Modell der Krankenkassen: Vorteile und Nachteile für Versicherte
Die Krankenkassenprämien steigen immer weiter an. Wie kannst du die Kosten trotzdem im Zaum halten? Zum Beispiel mit dem HMO-Modell in der Grundversicherung – damit sparst du bis zu 25% Prämie! Wie das Modell funktioniert, für wen es sich eignet und was es zu beachten gibt, erfährst du bei uns.
Was ist das HMO-Modell?
Zusammenfassung
Das HMO-Modell ist 1 von 3 alternativen Versicherungsmodellen in der Grundversicherung und ein sogenanntes Sparmodell.
Im Krankheitsfall musst du dich immer zuerst an die von dir ausgewählte Gruppenpraxis wenden.
Das HMO-Modell eignet sich vor allem für Personen in städtischen Gebieten, die Prämien sparen wollen.
Wie funktioniert das HMO-Modell?
Bei der Krankenkasse in der Schweiz kannst du bei der Grundversicherung zwischen verschiedenen Modellen wählen: Neben dem Standardmodell stehen Telemedizin, Hausarzt oder HMO zur Auswahl. HMO steht für Health Maintenance Organization.
Das HMO-Modell funktioniert nach dem sogenannten Gatekeeping-Prinzip: Im Krankheitsfall wendest du dich immer zuerst an eine Gruppenpraxis oder ein Ärztenetz (Gatekeeper). Dadurch bist du rundum gut betreut und kannst Prämien sparen.
Falls eine Überweisung an einen Facharzt oder eine Spezialistin nötig ist, wirst du zuerst an Fachpersonen innerhalb der Gruppenpraxis verwiesen. Wenn weitere Behandlungen erforderlich sind, leitet dich dein HMO-Arzt an externe Fachpersonen weiter.
HMO-Praxis und Ärztenetz
Eine HMO-Praxis ist eine Gruppenpraxis oder ein Gesundheitszenter, in dem verschiedene Ärztinnen und Ärzte tätig sind. Neben Hausärzten arbeiten dort meist auch Spezialistinnen und Therapeuten aus verschiedenen Fachrichtungen.
Beim Abschluss der Krankenversicherung im HMO-Modell wählst du eine Arztpraxis aus dem Ärztenetz aus. Je nach Versicherung stehen dir unterschiedliche Praxen zur Auswahl. Diese ist dann deine erste Ansprechpartnerin bei allen Gesundheitsfragen.
Gut zu wissen: HMO-Praxen haben einen begrenzten örtlichen Tätigkeitsbereich. Je nachdem wo du wohnst, hast du also mehr oder weniger Praxen zur Auswahl.
Was ist der Unterschied zwischen Hausarztmodell und HMO?
HMO-Modell | Hausarzt-Modell | |
---|---|---|
Erste Anlaufstelle für medizinische Anliegen | Gruppenpraxis | Persönlicher Hausarzt oder Hausärztin |
Konsultation von Fachärztinnen und Spezialisten | Wenn vorhanden, Überweisung an Fachpersonen innerhalb der HMO-Praxis. Ansonsten Weiterleitung an externe Spezialist:innen | Weiterleitung an externe Fachpersonen |
Angebot | Nicht alle Krankenkassen bieten das HMO-Modell an. Angebot von Gruppenpraxen in städtischen Regionen gross, auf dem Land eher eingeschränkt vorhanden | Praktisch alle Versicherungen führen das Hausarzt-Modell. Hausärztinnen und Hausärzte finden sich eher in ländlichen Regionen, in der Stadt eher Hausarzt-Gruppenpraxen |
Prämien | Sparmodell, Prämienrabatt bis 25% | Sparmodell, Prämienrabatt bis 20% |
Leistungen und Ausnahmen
Die Versicherungsleistungen sind im HMO-Modell die gleichen wie im Standardmodell. Die Leistungen variieren jedoch je nach Versicherungsanbieter. Voraussetzung ist immer, dass du dich im Krankheitsfall an deine HMO-Praxis wendest, sonst musst du mit Leistungskürzungen rechnen.
Muss ich mich immer zuerst an die HMO-Praxis wenden?
Grundsätzlich schon. Es gibt aber 3 Ausnahmen:
Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen
Untersuchungen bei Augenärzt:innen
Notfälle
Je nach Krankenkasse können diese Ausnahmen variieren. In allen anderen Fällen gilt: Immer zuerst an die HMO-Praxis wenden. Wenn nötig, überweist dich die behandelnde Fachperson an Spezialistinnen, Therapeuten oder Spitäler.
Gut zu wissen: Wenn du dich nicht an die Bedingungen hältst, kannst du auf den Kosten für die medizinische Behandlung sitzen bleiben.
So viel kostet das HMO-Modell
HMO bei der Krankenkasse ist ein sogenanntes Sparmodell, also eine günstigere Krankenkasse. Das heisst konkret, dass du mit dieser Variante bis zu 25% weniger Prämie bezahlst als im Standardmodell.
Die Prämien sind abhängig von der gewählten Kostenbeteiligung: Je höher du die Franchise ansetzt, desto weniger Prämie bezahlst du. Der Selbstbehalt ist hingegen unabhängig vom gewählten Modell.
Vor- und Nachteile des HMO-Modells
Das HMO-Modell bietet einige Vorteile:
Breites medizinisches Angebot: Im HMO-Modell hast du eine grosse Auswahl an Fachspezialist:innen und Therapeut:innen unter einem Dach vereint. Ausserdem sind durch die enge Zusammenarbeit Überweisungen meist einfacher.
Persönliche Krankengeschichte: Deine HMO-Praxis hat deine persönliche Patientenakte mit allen nötigen Unterlagen. Du musst dich also nicht um den Papierkram kümmern, egal bei welcher Fachperson du in Behandlung bist.
Prämienrabatt: Durch die kostensenkenden Synergien, sparst du Kosten. Das macht sich bei deiner Prämie bemerkbar – im Vergleich zum Standardmodell erhältst du bis zu 25% Prämienrabatt.
Und das sind die grössten Nachteile des HMO-Modells:
Begrenzte freie Arztwahl: Du musst dich immer zuerst an dein HMO-Zenter wenden. Innerhalb des Ärztenetzwerks kannst du deinen behandelnden Arzt zwar frei wählen. Für eine Spezialistin oder eine Zweitmeinung ausserhalb der Gruppenpraxis brauchst du jedoch eine Überweisung.
Beschränkte Verfügbarkeit: Je nachdem, wo du wohnst, gibt es vielleicht keine HMO-Praxis in deiner Nähe. Und es kann auch sein, dass deine Krankenkasse kein HMO-Modell anbietet und du dafür die Krankenkasse wechseln musst.
Für wen eignet sich das HMO-Modell?
Das HMO-Modell eignet sich für Personen, die eine Ansprechperson für alle medizinischen Anliegen bevorzugen und Prämien sparen wollen. Vor allem für junge Menschen in städtischen Gebieten bietet sich das HMO-Modell an, da dort die Auswahl an Gruppenpraxen grösser ist.
Häufige Fragen zum HMO-Modell
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